Logo

GENDER MAINSTREAMING

VERÄNDERN DURCH GENDERN


Was bedeutet "Gender Mainstreaming"?


Das deutsche Wort „Geschlecht“ beschreibt zumeist nur das biologische Geschlecht eines Menschen. Das englische Wort Gender (soziol.) beschreibt darüber hinaus das „soziale Geschlecht“. Mit Gender sind gesellschaftliche Geschlechterrollen gemeint – jene Vorstellungen und Erwartungen darüber, wie Frauen und Männer sind bzw. sein sollen. Mit dem Begriff Mainstreaming (engl. Hauptströmung) wird deutlich, dass Gleichstellung kein „Sonderthema“, sondern Hauptthema in allen Bereichen sein soll.


Gleichstellung - Gender Mainstreaming


Gender Mainstreaming, oder kurz GeM, ist eine Strategie zur Erreichung der Chancengleichheit von Frauen und Männern. Chancengleichheit heißt, dass Frauen und Männer die gleichen Chancen haben, im wirtschaftlichen, politischen, sozialen und kulturellen Leben teilzuhaben. GeM ist ein Top-down-Prinzip und zieht sich durch alle Ebenen und Bereiche. Kärnten hat sich 2001 zur Umsetzung dieses Prinzips verpflichtet.


Gender Mainstreaming wurde von der europäischen Kommission zur Unterstützung der Gleichstellungsbemühungen geschaffen und als politische Strategie entwickelt. Gender Mainstreaming richtet sich in erster Linie an politische Entscheidungsträger:innen und verankert die Aufgabe der Gleichstellung als Querschnittsthematik.


Was bedeutet Gender Mainstreaming in der Praxis?


Das bedeutet, dass alle Maßnahmen oder Situationen auf mögliche Auswirkungen auf Frauen und Männer untersucht werden. Im Gemeinde-Alltag heißt das etwa, dass jedes Projekt oder jeder Gemeinderatsbeschluss auf die Bedeutung hin für alle Geschlechter betrachtet werden muss. Die EU hat das bereits 1998 wie folgt definiert: "GeM besteht in der (Re-)Organisation, Verbesserung, Entwicklung, und Evaluierung politischer Prozesse mit dem Ziel, eine geschlechterbezogene Sichtweise in alle politischen Konzepte auf allen Ebenen und in allen Phasen durch alle an politischen Entscheidungen beteiligten Akteure und Akteurinnen einzubeziehen."


Begriffserklärungen


Gleichstellung bzw. Chancengleichheit von Frauen und Männern bedeutet, dass Frauen und Männer die gleichen Möglichkeiten haben, am wirtschaftlichen, beruflichen, politischen, gesellschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben teilzuhaben und aufgrund ihres Geschlechts keinen wie immer gearteten Benachteiligungen oder Diskriminierungen ausgesetzt sind.


GeM in Kärnten

... ist durch die berufliche "Gleichbehandlung" für Landes- und Gemeindebedienstete im Kärntner Landesgleichbehandlungsgesetz LGBl. Nr. 56/1994 idF LGBl. Nr. 70/2021 geregelt. Für Lehrpersonen sowie für Privatangestellte gilt das Gleichbehandlungsgesetz des Bundes.


Alle europäischen Mitgliedsstaaten haben an der Entwicklung der Strategie des Gender Mainstreaming mitgearbeitet und sich zur Anwendung derselben bekannt. Das Kollegium der Kärntner Landesregierung hat sich mit einem einstimmigen Beschluss im Jahr 2001 zur umfassenden Anwendung von GeM verpflichtet.


In Kärnten sind somit alle politischen und administrativen Entscheidungen einer Überprüfung auf eventuell unterschiedliche Auswirkungen auf Frauen und Männer zu unterziehen und erforderlichenfalls im Sinne der tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern notwendige Maßnahmen zum Ausgleich zu setzen.


GeM in Österreich

... ist durch das Recht der Gleichstellung und Chancengleichheit in der österreichischen Bundesverfassung in Artikel 7 geregelt. Gemäß dieser gesetzlichen Bestimmung sind alle Bürger:innen Österreichs vor dem Gesetz gleich, besitzen gleiche Rechte und es sind eventuell bestehende Ungleichheiten oder Ungleichbehandlungen vom Bund, den Ländern und Gemeinden abzubauen und neue zu vermeiden.


Österreich bekennt sich in Artikel 7 der Bundesverfassung zum Gleichheitsgrundsatz und zur Umsetzung der tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern in Österreich.


GeM im Europarecht

... stellt die Gleichstellung von Frauen und Männern als eines der wichtigsten Grundrechte aller Bürger:innen der europäischen Union dar und wurde in verschiedenen Gleichbehandlungsrichtlinien und zu guter Letzt im Amsterdamer Vertrag 1999 mit der Selbstverpflichtung aller Mitgliedsstaaten zur Umsetzung der Gleichstellung unter Anwendung der Strategie des Gender Mainstreaming als Primärrecht der Europäischen Union verankert.


Interministerielle Arbeitsgruppe Gender Mainstreaming

GENDER BUDGETING


Was ist "Gender Budgeting"?


ender Budgeting macht die geschlechtsspezifischen Auswirkungen von Budget-Entscheidungen sichtbar - sowohl seitens der Einnahmen (wie zum Beispiel bei Steuern, Abgaben etc.) als auch auf der Seite der Ausgaben (bei Förderungen, Zuteilung von Mitteln etc.).


Gender Budgeting soll die unterschiedlichen Lebensrealitäten von Frauen und Männern berücksichtigen sowie die Geschlechterverhältnisse systematisch in die Budgetgebarung einbeziehen. Oberstes Ziel ist die gerechte Verteilung finanzieller Mittel zwischen den Geschlechtern.

Gender Budgeting ist daher ein finanzpolitisches Instrumentarium des Gender Mainstreaming.

Mit 1. Jänner 2009 wurde die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern im öffentlichen Haushaltswesen als Staatszielbestimmung in der Verfassung (Art. 13 Abs. 3 B-VG) verankert. Zudem tritt der Grundsatz der Wirkungsorientierung, insbesondere auch unter Berücksichtigung des Ziels der tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern, ab 1. Jänner 2013 als einer der neuen Grundsätze der Haushaltsführung des Bundes (Art. 51 Abs. 8 B-VG) in Kraft.


GENDER CONTROLLING


GeM braucht Kontrolle

 


Das Sachgebiet dient als Koordinationsstelle innerhalb der Landesverwaltung und als Schnittstelle in GeM-Aktivitäten zur Verwaltung. Das Sachgebiet Gender Controlling übernimmt die Überprüfung, Begleitung und Berichtslegung über die GeM-Aktivitäten der einzelnen Landesstellen sowie die Dokumentation über die Implementierung des GeM als Querschnittsaufgabe. Weiters sollen der Aufbau und die Verwaltung eines virtuellen Gender-Competence-Centers eine Qualitätssicherung des Wissenstransfers bewirken. Das Sachgebiet Gender Controlling führt Recherchen zur Erstellung gegenderter Statistiken zum Zwecke von Vorschlägen an die Regierung bzw. Verwaltung durch und informiert die Öffentlichkeit. Durch die Erstellung von Informationsmaterial und Beteiligung an der Öffentlichkeitsarbeit des Referates trägt dieses Sachgebiet zur Bewusstseinsbildung bei.